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24.07.2017, 19:52 Uhr | Johannes Nuß Redakteur der Schwäbischen Zeitung Ehingen
Kemmer besucht Heidelberg Cement
CDU-Bundestagsabgeordnete informiert sich über Emissionshandel und Umweltschutz

Schelklingen - Gut drei Stunden Zeit hat sich am Dienstagvormittag die CDU-Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer genommen, um das Zementwerk von Heidelberg Cement in Schelklingen zu besuchen.

Schelklingen -

Neben einer Werksbesichtigung stand eine ausführliche Gesprächsrunde mit Werksleiter Stephan Wehning und Umweltschutzmanager Dr. Ekkehard Franke auf dem Programm. Kernthemen der Gespräche mit der Werksleitung waren die EU-Regelungen zum Emissionshandel und die Auswirkungen auf die Zementindustrie.

Arbeitsplätze erhalten

„Wir brauchen dieses produzierende Gewerbe in Deutschland. Gerade in Hinblick auf die Arbeitsplätze. Wir haben größtes Interesse daran, dass die Industrie in Deutschland bleibt, denn hier haben wir eine bessere Kontrolle über Entwicklungen. Im Ausland könnten wir noch nicht mal Einfluss auf beispielsweise Klimaschutz nehmen“, sagte die Bundestagsabgeordnete zum Gesprächseinstieg. Wehning und Franke schilderten die EU-Gesetzgebung im Bereich Emissionshandel und erläuterten die damit zusammenhängenden Positionen der Zementindustrie.

Verbunden damit war in Bezug auf die beginnenden Ausführungen der Bundestagsabgeordneten ein deutliches Bekenntnis zum Standort Deutschland und damit auch Schelklingen. Werksleiter Stephan Wehning lobte in diesem Zusammenhang das Bildungssystem und die Infrastruktur, die so in vielen anderen Ländern schlicht fehlen würde. „Wir sind ein deutsches Unternehmen und unsere Wurzeln liegen hier, auch wenn wir Global tätig sind. Deutschland wird von uns unter anderem als Kaderschmiede betrieben“, unterstrich er. „Wir haben zwar keine nennenswerten Zuwächse in Deutschland zu verzeichnen, trotzdem tätigen wir Investitionen hier. Beispielsweise für den Umweltschutz“, ergänzte Ekkehard Franke.

Gleichzeitig führten Wehning und Franke aber auch die klaren Erwartungen der Zementindustrie an die Bundesregierung auf und forderten Planungssicherheit. Gerade im Hinblick auf die Umweltpolitik. Hier speziell dabei im Blick: das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Angesichts des rasanten Anstiegs der Förderungen in den vergangenen Jahren, gelte es, die EEG-Umlage langfristig zurückzuführen, forderten Wehning und Franke. MdB Kemmer zeigte durchaus Verständnis dafür, warb aber schließlich auch für Verständnis und Geduld: „Ich kann nicht aus der Atomenergie aussteigen und gleichzeitig gegen Co2 sein. Das geht alles nicht von heute auf morgen. Wir wollen das, aber wir müssen die Dinge sortieren und richtig machen.“

(Johannes Nuß  Redakteur der Schwäbischen Zeitung Ehingen)